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Das berühmte Cable Car Hand betriebene Kabelstrassenbahn , erste Fahrt im Jahre 1873

02.09_Amerika – 4. Etappe – California

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California

Zum San Diego Zoo und Safari Park

Es ist Freitag der 17. April 2026, sonniges Wetter und Temperaturen um die 25°C. Nach 10 Wochen in Mexiko sind wir wieder zurück in Amerika. Der Grenzübertritt verlief freundlich, in etwa einer Stunde und ohne grössere Unannehmlichkeiten. Nur gerade 20 Kilometer fahren wir heute zu unserem ersten Übernachtungsplatz. Ach ja, wir sind wieder in Amerika, die Strassen sind deutlich besser, aber wir müssen wieder auf Meilen und Gallonen umstellen. Beim kleinen Weinbaubetrieb «Dulzera Vineyard and Vinery» finden wir einen gemütlichen Schlafplatz. Eine kostenfreie Nacht, einmal abgesehen von der Degustation und dem Kauf einer Flasche Wein, haben wir über «Haverest Hosts» gebucht. Bei der Degustation unterhalten wir uns (Sabine spricht, Roger hört zu) mit dem über 80 Jahre alten Winzer. Dessen Eltern hatten bereits ein Weingut in der Baja und sein Grossvater soll aus Wimmis (Berner Seeland, Schweiz) eingewandert sein, wie wir erfahren. Ausgeruht fahren wir am nächsten Tag weiter zum Einkaufen nach El Cajon. Sabine kauft Lebensmittel bei Aldi und Roger sucht bei «The Home Depot» nach Ersatz für den defekten Abwasserhahn. Danach führt uns die State Routes 67 über ein Gebirge nach Ramona und die 78 ins nördliche San Pasqual Valley wo wir am Montag den grossen San Diego Zoo und Safari Park besuchen möchten.

Auf der Suche nach einem Schlafplatz stellen wir uns schliesslich auf einen grossen Parkplatz für Wanderer, Biker und Reiter. Die aufgestellten Schilder besagen lediglich, dass der Parkplatz über Nacht geschlossen ist. Über die Frage, ob damit ein «No Overnight Camping» verbunden werden kann, entbrennt eine Diskussion bei der sich Sabine durchsetzt. Wir verbringen ein ungestörtes, ruhiges Wochenende an diesem Ort. Roger findet damit Zeit einen neuen Abwasserhahn zu installieren und Kiara erfreut sich an den ausgedehnten Spaziergängen. Am Montagmorgen wollen wir zum nahe gelegen Zoo (10 km) fahren. Doch Jemand muss am morgen die elektrische Schranke zum Parkplatz geschlossen und ausgeschaltet haben. Zum Glück lässt sich der Stellmotor, leicht abschrauben und damit das Tor öffnen. Die Tickets zum zweitägigen Zooeintritt hat Sabine bereits im Voraus gebucht (130 Dollar pro Person). Der Parkplatz kostet extra, und da wir als «Oversize Vehicle» angesehen werden, bezahlen wir gleich 55 Dollar. Das nennen wir einmal stolze amerikanische Preise und die werden in den Restaurants im Zoo auch nicht besser. Wenigstens ist die Fahrt im «African Tram» durch den Safari Park inklusive Warteschlange im Preis enthalten. Extras kann man zusätzlich buchen, etwa eine ultimative Safari Tour bis zu 760 Dollar. Argh – nun ja, die Amerikaner haben es ja.

Die Besichtigung des rund 7 Quadratkilometern grossen Zoos mit über 300 verschiedenen Tierarten ist in zwei Tagen gemütlich zu schaffen. Am ersten Tag haben wir uns Zeit für den Themenbereich Afrika genommen. Eindrücklich ist für uns die Fahrt rund um eine nachgebildete Savannenlandschaft in der sich Giraffen, Antilopen, Zebras, Büffel, Nashörner und der gleichen frei bewegen. Am späteren Nachmittag gehen wir müde zu unserem Wohnmobil zurück und geniessen für heute unsere erste warme Mahlzeit. Leider dürfen wir auf dem Parkplatz nicht übernachten und werden aufgefordert das Gelände zu verlassen. Etwa 15 Kilometer entfernt, auf dem Parkplatz eines «The Home Depot» Geschäftes in Escondidos, lässt man uns schlafen. Am nächsten Dienstagmorgen fahren wir zurück zum Zoo. Bei der Kasse des Parkplatzes gibt es aber heute ein Problem. Hunde sind im Auto nicht erlaubt. Was gestern noch ging, geht heute nicht mehr. Kurzerhand verfrachten wir Kiara in den Wohnraum mit Klimaanlage, und versuchen es erneut. Aber auch das geht schief. Zwei Sicherheitsbeamte klären uns über unsere Regelverstösse auf, lassen auch nicht mit sich Reden und drohen mit der Polizei. Letztendlich müssen wir das Gelände, eskortiert durch zwei Security Fahrzeuge, unverzüglich verlassen. Quasi auf der Strasse müssen wir uns beratschlagen wohin wir nun fahren wollen und sind um eine unliebsame Erfahrung reicher – so ticken die Amerikaner.

Dulzera Vineyard and Vinery, San Diego Zoo und Safari Park

Willkommen Kalifornien, USA
Willkommen Kalifornien, USA
Dulzera Vineyard and Vinery
Dulzera Vineyard and Vinery
Orchideen
Orchideen
San Diego Safari Park
San Diego Safari Park
Gorilla
Gorilla
Silberrücken Gorilla
Silberrücken Gorilla
Giraffen
Giraffen
Nashörner
Nashörner
Grössenvergleich von Katze und Löwe
Grössenvergleich von Katze und Löwe
Elefant
Elefant
Elefant
Elefant
Stahlgiraffen
Stahlgiraffen

Zum Kimberley Crest House and Garden

Sabine fährt uns an diesem Dienstag 21. April vom San Pasqual Valley in das 143 Kilometer entfernte Thomas Mountain Valley auf rund 1’340 Meter über Meer. Roger ist nach den vergangenen Vorfällen zu aufgewühlt und verärgert um noch zu fahren. Die Vegetation verändert sich nun merklich, weite Trockenwiesen und Wälder sind zu sehen. Viele Ranches mit Rindern säumen die Strasse. Hier in den Bergen im San Bernardino National Forest gibt es einen freien Campground im Apple Canyon Kiefernwald. Drei Plätze mit Feuerstellen und Tischbänken sind bereits belegt, andere ohne alles ebenso. Aber wir finden noch einen schönen, ebenen Platz. Zwei Tage und Nächte verbringen wir hier, geniessen die Ruhe nach dem Ärger der letzten Tage und bereiten unsere Weiterreise vor. Am zweiten Tag werden wir, wie andere Camper genauso, von zwei Forstbeamten aufgefordert den Platz zu räumen. Nur die drei Plätze mit Feuerstelle sind offiziell erlaubt. Zu unserem Glück dürfen wir uns zu einem Camper auf einem regulären Platz dazustellen. So kommen wir mit dem Amerikaner «Greg» ins Gespräch (Sabine redet, Roger hört zu) und erfahren so interessantes für unsere weiteren Reiseziele. Mit 77 Jahren reist und lebt er mit Hund im Camper durch Amerika, während seine Frau in Arizona ein Haus hütet.

Rund 87 Kilometer fährt uns Sabine nach dem Mittagessen am Donnerstag den Berg hinunter, über Mountain Center und Beaumont, nach Redland. Dort haben wir eine Besichtigung des Kimberley Crest Haus und Garten um 15 Uhr gebucht. Das viktorianische Herrenhaus im französischen Château-Stil, wurde im Jahre 1897 für Mrs. Cornelia A. Hill, eine der Pionierinnen von Redlands, erbaut. Wie auch andere Häuser hier, war es einst ein Winterwohnsitz für wohlhabende Industrielle etwa aus New York, welche dem kalten Osten entfliehen wollten. Nur gerade 8 Jahre später erwarb John Alfred Kimberley (Kleenex Papiertücher) das Haus. Frau Kimberley vermachte das Haus später an ihre Tochter Mary Kimberley Shirk welche bis 1979, hier lebte und im Alter von 99 Jahren verstarb. Zeit ihres Lebens hat sich die verwitwete Philantropistin etwa für Jugendliche, Bildung, das Gesundheitswesen und die Frauenrechte eingesetzt. Heute steht das Anwesen unter Denkmalschutz und wird von einer Stiftung betrieben. Bei der Führung erfahren wir sehr viel über das Haus mit seinen Aus- und Umbauten, etwa einem der ersten Personenaufzüge. Aber auch persönliches über die Menschen die darin wohnten. So sind beispielsweise viele Bilder der Familie zu sehen oder die Rufanlage für den Butler.

Nach dieser interessanten Hausbesichtigung bleiben wir in Redlands und übernachten auf dem Parkplatz einer Kletterhalle. Den Platz haben wir über Harvest Hosts gebucht. Bis 22 Uhr ist die Flowstone Climbing in Betrieb. Danach wird es ruhiger und wir verbringen eine ruhige Nacht in der Stadt. Am Freitagmorgen fahren wir zum Einkaufen bei The Home Depot und Aldi in Redlands. Frisch versorgt mit Lebensmitteln fahren wir auf der Interstate 210 über Pasadena bis nach Santa Clarita. Um den Grossraum Los Angeles staut sich der Verkehr und die Strasse ist löchrig und uneben, ansonsten geht es recht Flott voran. Ab Santa Clarita wechseln wir auf die Interstate 5. Diese bringt uns nach Norden, über die «Transverse Ranges» und den Tejon Pass (1’263 m ü. M.) durch das Küstengebirge an den Rand des Central Valley. Beim Flying J Travel Center in Lelec finden wir, nach anstrengenden 215 Tageskilometern, in einer ruhigen Ecke des Parkplatzes ein Nachtlager. Hier tanken wir auch Diesel und DEF für unseren Fuso nach. Die Dieselpreise sind in den USA seit unserem letzten Besuch doch merklich gestiegen. In Kalifornien sind die Preise besonders hoch und liegen pro Gallone in etwa 1,7 Dollar über dem amerikanischen Durchschnitt. Da sind die 7,38 Dollar pro Gallone oder umgerechnet etwa 1,56 Franken pro Liter, derzeit aber immer noch günstiger wie in Europa und besonders in der Schweiz.

San Bernardino National Forest Campground, Kimberley Crest Haus und Garten, Stau

San Bernardino National Forest, USA
San Bernardino National Forest, USA
National Forest Camingplatz
National Forest Camingplatz
National Forest Camingplatz
National Forest Camingplatz
Kimberly Crest House & Garden
Kimberly Crest House & Garden
Kimberly Crest House & Garden
Kimberly Crest House & Garden
Kimberly Crest House & Garden
Kimberly Crest House & Garden
Koi Fische
Koi Fische
Weibliche Statue
Weibliche Statue
Süss, oder?
Süss, oder?

Entlang des südlichen Küstengebirges

Es ist Samstag der 25. April. Zu unserem Quartier für ein verlängertes Wochenende in den Hügeln des Küstengebirges liegen 247 Kilometer vor uns. Zunächst fahren wir ein kurzes Stück nordwärts auf der Interstate 5. Bei Mettler wechseln wir auf den Highway 166 der uns westwärts durch die Berge, in Richtung Pazifik nach Santa Maria bringt. Die Landschaft und das Wetter verändern sich zusehends. Es wird feuchter, teils Nebel verhangen und beginnt leicht zu regnen. Auf einem Hochtal, im kleinen Ort New Cuyama legen wir unsere erste Pause ein und geniessen im Restaurant «Buckhorn» Kaffee und Kuchen. Der Ort wurde mit dem Fund von Erdöl in den 1950er Jahren ausgebaut, lebt heute aber vermehrt von der Landwirtschaft und vom Tourismus. Frisch gestärkt fahren wir weiter durch die fast schon mystische Landschaft des wenig besiedelten Küstengebirges, die «Southern Coast Ranges». Irgendwo dazwischen halten wir für unsere Mittagspause, erfreuen uns an der spriessenden feuchten Natur, und ziehen uns wärmer an. Am Pazifik angelangt folgen wir dem Higway 101 nach Norden, wo wir nach San Luis Obispo, links auf eine Forststrasse abfahren. Die «Tv Tower Road» führt uns auf 2 Kilometer Länge, steil auf ein rund 600 Meter höher gelegenes kleines Plateau eines Bergrückens. Bei Nebel, Regen, tiefenhängenden Bäumen und ausgewaschen Strassen ist das doch eine Herausforderung für Fahrzeug und Fahrer.

Der «Dispersed Camping» Platz auf der Anhöhe gehört zum Los Padres National Forest und ist bei Wanderern, Bikern und Sonnenuntergangs Beobachtern sehr beliebt. Das Wetter klart, bei starkem Wind, erst am Montag auf. Es ist mit etwa 15°C deutlich kühler geworden. Der Blick auf die Gebirgsketten, die Städte und den nebelverhangenen Pazifik ist beeindruckend. Bei trockenerem Wetter kann Roger am Montag eine dringende Reparatur an der Terassenaufhängung durchführen. Sabine trocknet derweilen die feucht gewordenen Tücher um den Wassertank (Undicht bei Steilfahrten). Am Dienstag sind wir bereit zur Weiterfahrt. Also wieder steil nach unten, auf dem Highway 101 zurück nach San Luis Obispo und von da aus folgen wir dem Cabrillo Highway 1 entlang des Pazifik nach Norden. Nach kurzer Fahrt erreichen wir Morro Bay wo wir bei einem Spaziergang den grossen Felsen in der Brandung und den Sandstrand geniessen. Im hübschen, idyllisch gelegenen Ort Cambria legen wir eine Kaffeepause ein. Die Häuser sind im alten englischen Stil gehalten, was das Künstler- und Ruheressort so besonders macht. Entlang der malerischen Küste liegen einige Aussichtspunkte und State Parks mit Zugang zum Strand. Die Strasse entlang der Klippen mit den vielen Brücken ist durch die Erosion stark gefährdet, von Baustellen gespickt aber befahrbar. Die Küste ist hier kaum noch bewaldet und nur von robustem Buschwerk (Chaparral-Vegetation) bewachsen.

Ein Ganz anderes Bild präsentiert sich uns im Hochtal des Big Sur Rivers. Das Gebiet ist von dichtem Wald durchzogen und auch Redwood-Bäume gibt es hier noch. Grund genug, um nach 184 Kilometern malerischer Küste, eine Nacht unter den Bäumen im wunderschönen Pfeiffer Big Sur State Park Campground zu verbringen. Am Mittwoch geniessen wir das letzte Stück auf unserer Fahrt durch die spektakuläre Küstenlandschaft. In der hübschen aber auch teuren Künstlerstadt Carmel-by-the-Sea halten wir an, holen uns einen Kaffee und schlendern durch die Strassen. Viele bekannte Leute wie etwa Jack London, Anne Milliy Bremer, Ernest Hemingway, Doris Day oder Clint Estwood lebten oder leben hier. Nicht weit entfernt liegt die Stadt Monterey, wo wir die «Old Fisherman’s Warf» besuchen und dabei «Fish and Chips» geniessen. Die ehemalige Fisch- und Walfangstadt wurde Anno 1770 von den Spaniern gegründet und 6 Jahre später zur Hauptstadt von Alta California und Baja California ernannt. Heute lebt die rund 30’000 Einwohner zählende Gemeinde vorwiegend vom Tourismus. Frisch gestärkt verlassen wir nun die Küste und fahren landeinwärts, über Hollister zum kleinen Ort Paicines. Über Harvest Hosts haben wir auf einer Event-Ranch eine kostenfreie Nacht gebucht. Auf einem Grassplatz zwischen den Ökonomiegebäuden und den mietbaren Lodges schlafen wir nach 147 Tageskilometern und dem Blöken der Schafe ruhig ein.

Restaurant «Buckhorn»,Dispersed Camping, Morro Bay, Ort Cambria, Pfeiffer Big Sur State Park Campground, Carmel-by-the-Sea, Monterey Hafen

Restaurant Buckhorn
Restaurant Buckhorn
Was für eine Aussicht Dispersed Camping
Was für eine Aussicht Dispersed Camping
Schräge Angelegenheit
Schräge Angelegenheit
Die Morro Bay
Die Morro Bay
Der grosse Felsen bei der Morro Bay
Der grosse Felsen bei der Morro Bay
Ort Cambria
Ort Cambria
Für einmal keine amerikanische Flagge
Für einmal keine amerikanische Flagge
Tolle Idee
Tolle Idee
Pfeiffer Big Sur Campground
Pfeiffer Big Sur Campground
Pfeiffer Big Sur Campground Perfekte Harmonie
Pfeiffer Big Sur Campground Perfekte
Touristenort Carmel-by-the-Sea
Touristenort Carmel-by-the-Sea
Im spanischen Still erbaut
Im spanischen Still erbaut
Strassenbeschriftung einmal anders
Strassenbeschriftung einmal anders
Ach ja, nicht vergessen, in 7 Monaten ist Weihnachten
Ach ja, nicht vergessen, in 7 Monaten ist Weihnachten
Carmel-by-the-Sea Mission Basilica
Carmel-by-the-Sea Mission Basilica
Monterey Hafen
Monterey Hafen
Old Fisherman's Warf
Old Fisherman's Warf
Old Fisherman's Warf
Old Fisherman's Warf

San Francisco, wir kommen

Es ist Donnerstag der 30. April, 180 bange Kilometer liegen vor uns in Richtung San Francisco. Doch zunächst geniessen wir noch einmal die sanfte Hügellandschaft des Paicnes Tals auf dem Highway 25 zurück nach Hollister. Dort tauchen wir ein in den dichten Verkehr des Freeway 101 der San Francisco Bay Area. In der Millionenstadt San José, halten wir an, um Diesel nachzutanken und auf dem Parkplatz eines Einkaufscenters eine Pause einzulegen. Der Zugang zum Freeway gestaltet sich Aufgrund der kurzen Ein- und Ausfahrten, den verzweigten Autobahnkreuzen, den vielen Fahrspuren, sowie den «Dränglern und Auffahrern» etwas stressig. In San José wechseln wir auf den Freeway 280 der entlang des Küstengebirges die Industriegebiete umfährt. Hier scheint der Verkehr einiges ruhiger zu laufen und die Sicht auf die Berge und Seen entspannt uns zusätzlich. So fahren wir vorbei an den kleineren Vorstädten Woodside, Hillsborough, San Bruno und Daly City. Bei der Ausfahrt 47 verlassen wir den Freeway und fahren zu unserem Übernachtungsplatz beim Lucky Chances Casino in Colma. Die Stadt wurde 1924 als Nekropole (Totenstadt) von San Francisco gegründet. Wir schlafen also inmitten verschiedener riesiger Friedhöfe. Über 1,5 Millionen Menschen liegen hier begraben, während die Stadt nur gerade mal 1’500 + 2 Lebende zählt.

Drei Tage haben wir für den Besuch der Stadt San Francisco vorgesehen. Knapp 830’000 Einwohner leben in der hügeligen Stadt an der Spitze einer Halbinsel. Parkplätze und Durchfahrten für grössere Wohnmobile sind da eher rar. Deshalb haben wir uns zwei Schwerpunkte herausgesucht. Am Freitag besuchen wir Chinatown und den Hafen. An der Embarcadero Strasse am Hafen finden wir einen Parkplatz passend und sicher für unser Wiwomo. Von hier aus erkunden wir als erstes das lebhafte chinesische Stadtviertel zu Fuss. Es ist das grösste und älteste in Nordamerika. Die Distanzen sind gross, die Steigungen auch, die Zeit begrenzt und so sehen wir nur einen kleinen Teil der interessanten Kultur. Zurück am Hafen gibt es erstmals eine Stärkung im Ferry Building, bevor wir die Parkgebühren nachzahlen und entlang der vielen Piers spazieren. Der Pier 39 ist ein Teil der Fisherman’s Warf das heute einen Rummel mit Souvenierläden, Restaurants, Fahrgeschäften und ein Aquarium beinhaltet. Ein weiteres Highlight ist die Seelöwenkolonie die sich seit 1989 auf den Pontons am Pier niedergelassen hat. Zuletzt fahren wir mit dem Wohnmobil in einem Rundkurs vorbei an der Marina, der Golden Gate Bridge, dem Presidio- und dem Golden Gate Park zurück nach Colma.

Am Samstag ruhen wir uns aus und besuchen das ganz andere asiatische Casino, wo es keine typisch amerikanischen Automaten sondern nur Kartenspiele gibt. Das Essen im Restaurant vermochte uns aber nicht zu überzeugen. Am Sonntag verlassen wir die Stadt der Toten und geniessen einen Tag am Strand der Chrissy Field Beach in San Franciso mit Blick auf die Golden Gate Bridge. Das Regenwetter der letzten Tage ist wärmerem sonnigerem Wetter gewichen. So tummeln sich viele Einheimische und Gäste am Strand beim Flanieren, Spielen, Wandern, Joggen und Kite- oder Wing-surfen in dieser phantastischen Kulisse. Schilder auf dem Spazierweg enthalten einige interessante Informationen zum einstigen Militärflugplatz aus den 1920er Jahren. Das Übernachten ist hier am Strand nicht erlaubt. So fahren wir noch am frühen Abend über die golden Gate Bridge zum Aussichtspunkt in Sausalito. Hier, mit Blick auf die 1937 eröffnete Hängebrücke, mit einer Hauptstützweite von 1’280 Metern, sowie die Skyline von San Francisco, dürfen Wohnmobile über Nacht stehen. Um das grandiose Erlebnis noch abzurunden geniessen wir einen typisch amerikanischen, frischen Hot-Dog von einem Strassenhändler. Nach einer ruhigen friedlichen Nacht, können wir sagen: «Wir waren in San Francisco, zwar nicht in zerrissenen Jeans, aber mit dem Wohnmobil».

Tankstopp, Lucky Chances Casino, Colma, Chinatown, Pier 39, Alcatraz, teure Pizza, Seelöwen

Typisch amerikanisch
Typisch amerikanisch
Lucky Chances Casino
Lucky Chances Casino
Asiatisches Casino
Asiatisches Casino
Willkommen in Stadt der Toten
Willkommen in Colma Stadt der Toten
Japanischer Friedhof
Japanischer Friedhof
Italienischer Friedhof
Italienischer Friedhof
Chinesischer Friedhof
Chinesischer Friedhof
Willkommen Chinatown San Francisco
Willkommen Chinatown San Francisco
Chinatown San Francisco
Chinatown San Francisco
Bekannter Pier 39 am Hafen San Francisco
Bekannter Pier 39 am Hafen San Francisco
Das kommt uns bekannt vor
Das kommt uns bekannt vor
Schönes Karussell
Schönes Karussell
Port of San Francisco Gate B
Port of San Francisco Gate B
Weit hinten The Rock, Alcatraz
Weit hinten The Rock, Alcatraz
30 Dollar für die Pizza, happiger Preis
30 Dollar für die Pizza, happiger Preis
Pier 39 gehört den Seelöwe
Pier 39 gehört den Seelöwe
Die Seelöwen
Die Seelöwen
San Francisco Kalifornien USA
San Francisco Kalifornien USA

San Francisco und Golden Gate Bridge

Wir fahren über eine doppel Brücke, über uns braust der Verkehr
Wir fahren über eine doppel Brücke, über uns braust der Verkehr
Interessant, Genfer Strasse
Interessant, Genfer Strasse
San Francisco wir kommen
San Francisco wir kommen
Moderne Architektur
Moderne Architektur
Wie aus dem Filmen, die berühmte Feuertreppe
Wie aus dem Filmen, die berühmte Feuertreppe
Man beachtet die Reifenstellung
Man beachtet die Reifenstellung
Was fährt den da?
Was fährt den da?
Das berühmte Cable Car Hand betriebene Kabelstrassenbahn , erste Fahrt im Jahre 1873
Das berühmte Cable Car Hand betriebene Kabelstrassenbahn , erste Fahrt im Jahre 1873
Feuerwehrauto San Francisco
Feuerwehrauto San Francisco
Definitiv in Amerika angekommen
Definitiv in Amerika angekommen
Was es nicht alles gibt
Was es nicht alles gibt
Wunderschöne Palme
Wunderschöne Palme
Farbige Häuserfronten
Farbige Häuserfronten
Farbige Häuserfronten
Farbige Häuserfronten
Wohin geht es jetzt?
Wohin geht es jetzt?
Da steht sie, nein nicht Kiara, sondern die Golden Gate Bridge
Da steht sie, nein nicht Kiara, sondern die Golden Gate Bridge
Golden Gate Bridge
Golden Gate Bridge
Golden Gate Bridge
Golden Gate Bridge
Das glorreiche goldene Tor
Das glorreiche goldene Tor
Wir fahren auf die andere Seite
Wir fahren auf die andere Seite
Ach diese Touris
Ach diese Touris
Golden Gate Bridge by Night
Golden Gate Bridge by Night
Skyline San Francisco
Skyline San Francisco
Wir waren da !
Wir waren da !

Über Sacramento zum Lake Tahoe

Am Montagmorgen des 4. Mai erfreuen wir uns zum letzten Mal am Blick auf die schöne Stadt San Francisco. Wir fahren in Richtung Sacramento, der Hauptstadt von Kalifornien. Das Reiseziel am Ende des Tages ist allerdings noch ungewiss. In einer ersten Etappe fahren wir rund 70 Kilometer bis nach Benicia. Dazu nutzen wir den Freeway in Richtung Norden bis San Quentin, vorbei am ältesten Gefängnis von Kalifornien. Über die zweistöckige Richmond Bridge überqueren wir die Bucht. Weiter geht die Fahrt auf dem Highway 80 um bei Chrockett über die Alfred Zampa Memorial Bridge erneut das Ufer zu wechseln. Von Vallejo führt der Highway 780 nach Benicia. Dort besuchen wir «Toni», nicht den Zimmermann aus Kanada, sondern den Automechaniker der vor bald 50 Jahren aus der Schweiz in die USA ausgewandert ist. Er betreibt heute, mit 72 Jahren, immer noch eine Mercedes Autowerkstatt. Von Ihm erhoffen wir Hilfe oder Tipps zu Service und Reparatur an unsrem Fahrzeug. Toni kann noch schweizerdeutsch, was unsere Kommunikation deutlich vereinfacht. Leider kann er unseren «Leicht-LKW» nicht reparieren. Dafür erhalten wir einige Informationen, auch zu sehenswerten Reisezielen. Nach einer Mittagspause fahren wir 127 Kilometer über die Interstate 80 weiter nach Sacramento. Dort erhalten wir Ersatzteile (Diesel- und Ölfiler) für unseren Fuso. Das Nachtlager schlagen wir bei der Home Depot Filiale an der Antelope Road auf.

Nach einer kurzen, weil hellen und lauten Nachtruhe versorgen wir uns in Sacramento mit Lebensmitteln bei Walmart. Aldi gibt es hier leider (noch) nicht. Motoröl, DEF und Dieseladditiv für das Fahrzeug erhalten wir bei Autozone. Wie andere Reisende aus Europa machen auch wir die Erfahrung, dass Reparatur- und Unterhaltsarbeiten in den USA einige Schwierigkeiten bereiten. Amerikaner verfügen über ganz andere (eingeschränkte) Systeme, Materialien und Masse. Das gilt nicht nur für Fahrzeuge sondern auch für technische, sanitäre oder elektrische Anlagen. Nach unseren Besorgungen sind wir bereit zur Weiterfahrt. Auf der Interstate 80 East erreichen wir die Sierra Nevada. Über eine Strecke von 140 Kilometern vorbei an Rinderfarmen und Ranches steigt die Strasse allmählich an. Bald sind die ersten Kieferwälder zu sehen die uns nun entlang der Strasse begleiten. In der Ferne werden die schneebedeckten Berggipfel sichtbar. Erinnerungen an die Landschaft in Kanada kommen auf. Auf dem Donnerpass angelangt haben wir rund 2’150 Meter Höhe überwunden. Grund genug für eine Pause. Kiara geniesst offensichtlich das kühlere Wetter und die einzelnen Schneefelder. Weil die Campgrounds hier noch geschlossen sind verbringen wir eine ruhige Nacht auf dem Pass.

Der Donnerpass ist nach George Donner benannt. Er führte ende 1846 eine Gruppe von 87 Siedlern auf ihrem langen Weg nach Westen. In der Sierra Nevada wurden sie ende Oktober vom Winter überrascht und kamen beim Donner Lake nicht mehr weiter. Die Tragödie in den Bergen überlebten nur gerade 47 Siedler unter teils menschenunwürdigen Bedingungen. Dies und weitere Informationen erfahren wir im rund 350 tiefer gelegenen Donner Memorial State Park am Donner Lake. Neben dem See liegt die Kleinstadt Truckee welche im Jahr 1863 mit der Eisenbahnlinie über den Pass gegründet wurde. Heute profitiert die Stadt vom Tourismus vor allem im Winter. Unsere Fahrt führt uns nun über den Nord Shore Boulevard (267) nach Kings Beach zum tiefblauen mächtigen Lake Tahoe. Der See ist etwa 497 km² gross, bis zu 501 Meter tief und liegt auf einer Höhe von rund 1’900 Meter. Damit ist er einer der höchstgelegenen und tiefsten Seen der USA. Die Ufer des Sees sind über die Jahre intensiv bebaut und touristisch erschlossen worden. Kings Beach präsentiert sich als typischer Touristenort mit vielen Ferienhäusern, Hotels, Restaurants, Sportgeschäften und so weiter. Jetzt, in der Zwischensaison wirkt der Ort allerdings gespenstisch ruhig.

Donnerpass, Lake Tahoe

Ein Schweizer in Amerika
Ein Schweizer in Amerika
Und weiter geht die Fahr
Und weiter geht die Fahr
Der Donner Pass
Der Donner Pass
Ca. 1846 Überquerung des Donner Passes
Ca. 1846 Überquerung des Donner Passes
Es hat noch Schnee auf 2'151 m.ü. Meer
Es hat noch Schnee auf 2'151 m.ü. Meer
Ein Traum den Pass zu Fuss zu bezwingen
Ein Traum den Pass zu Fuss zu bezwingen
Als die Strasse kam
Als die Strasse kam
Und der Tourismus
Und der Tourismus
Lake Taho
Lake Taho
Lake Taho
Lake Taho
Lake Tahoe mit Sand und Schneebergen
Lake Tahoe mit Sand und Schneebergen
Das Thema im Moment, Dieselpreis, 1 Gallone (ca. 3,4 Liter) für 8. 29 Dollar
Das Thema im Moment, Dieselpreis, 1 Gallone (ca. 3,4 Liter) für 8. 29 Dollar

California – Fazit

Am Lake Tahoe verlassen wir den Bundesstaat California, denn durch den See verläuft die Grenze zu Nevada. Nachdem wir nun in mehreren Etappen durch Kalifornien gereist sind und wohl das Letzte mal hier waren ist es Zeit ein Fazit zu ziehen. Am 29. September 2025 haben wir zum ersten mal Kalifornien betreten. Am 6. Mai 2026 reisen wir wieder aus. Dazwischen haben wir aber immer wieder den Staat gewechselt, sind nach Nevada gefahren, von Arizona zurück und haben auch noch zwei Monate in Mexiko verbracht. Somit waren wir rund 6’077 Kilometer innert 3,5 Monaten in Kalifornien unterwegs. In dieser Zeit haben wir die Nationalparks Red Wood, Lassen-Volcanics, Kings Kanyon, Yosemite, Sequoia, Death Valey und Joshua Tree in Kalifornien besucht. Wir haben dabei die unterschiedlichsten Landschaften, vom kalten subarktischen bis zum heissen Wüstenklima erfahren. Kalifornien bietet ein sehr breites Spektrum an Landschaften und Klimas. In den Wintermonaten waren wir mehrheitlich in den trockenen und wärmeren Wüstenlandschaften unterwegs. Sabine hat dies sehr gefallen, während sich Roger und Kiara gerne etwas mehr kühlende Bäume gewünscht hätten. Die Kosten und Preise sind im Verhältnis zu anderen amerikanischen Staaten doch eher Hoch. Die politischen Wirren dieser Zeit haben wir über Shut Down, Preiserhöhungen und Demonstrationen ebenso miterlebt. Den Strassenzustand beurteilen wir mit durchzogen gut, es gibt sehr gut fahrbare Strassen aber auch sehr unebene mit tiefen Schlaglöchern gespickte Abschnitte. So vielfältig wie die Landschaft, so umfangreich waren unsere Erfahrungen, so dass wir uns auch nicht auf ein Highlight festlegen können.

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