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Area 51, UFO -Wahnsinn

02.10_Amerika – 2. Etappe – Nevada

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Nevada

Erinnerungen an den wilden Westen

Mittwochmorgen, 6. Mai 2026, nach unserem Kurztripp nach Las Vegas vor 6 Monaten sind wir wieder im Bundesstaat Nevada. Diesmal starten wir allerdings 500 Kilometer weiter nördlich am Lake Tahoe in der Sierra Nevada auf 1′900 Meter über Meer. Die Sonne scheint bei Temperaturen um 18°C. Das erste was uns «nevadatypisch» ins Auge sticht, ist das Casino bei Cristal Bay mit seiner Leuchtreklame. In Incline Village besuchen wir das Originelle Tunnel Creek Café. Das Interieur und die Bilder an der Wand erinnern an die fiktive Ponderosa Ranch aus der legendären Fernsehserie «Bonanza». Diese riesige Ranch soll sich vom Lake Tahoe bis weit nach Reno, Virginia City und Carson City erstreckt haben. Das einstige Filmset mit dem Ranchhaus konnte noch bis ins Jahr 2004 im Themenpark besucht werden. Heute ist es jedoch in luxuriösem Privatbesitz und damit für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Die kleine weisse Kapelle, die früher auf der Ranch stand, wurde abgebaut und nach Laoy in Nevada überführt und restauriert, wo sie weiterhin als Hochzeitskapelle dient. Mit den Erinnerungen an «Bonanza» fahren wir noch ein Stück um den See um bei Spooner Summit auf dem Lincoln Highway steil ins Tal nach Carson City zu stechen.

Erste Amerikaner erkundeten im Januar 1843 das von den Washoe bewohnte Tal mit dem Fluss und benannten es nach ihrem Scout und Mountain Man Christopher «Kit» Carson. Bald entstand eine erste Siedlung. Gold- und Silberfunde sorgten für eine starke Zuwanderung, worauf schliesslich Nevada als eigener Bundesstaat von Utah abgetrennt wurde. Carson City, die Hauptstadt von Nevada hat heute knapp 60’000 Einwohner. Die hübsche, überschaubare Stadt ist in einem Schachbrettmuster mit breiten Strassen ohne Hochhäuser angelegt. Wir haben uns für zwei Tage auf dem ruhigen Parkplatz des Federal Hotels mit Casino und Restaurant mitten im Zentrum eingerichtet. Von hier aus erkunden wir die Stadt zu Fuss. Dabei kommen wir vorbei am Nevada State Museum, dem Eisenbahnmuseum, dem Regierungsgebäude, dem Gerichtsgebäude und dem Kapitol. Alles sehr interessante Bauten welche einen Eindruck über die Geschichte und den Staat Nevada vermitteln. Der Schriftsteller Mark Twain hat hier in den 1860er Jahren gelebt. Der letzte Western mit John Wayne (der letzte Scharfschütze, 1976) spielte in Carson City. Heute liegt der Haupterwerb der Stadt im Tourismus und so besuchen auch wir das Casino im Hotel. Wir frönen aber nicht dem Glücksspiel sondern lauschen dem Musiker auf der Bühne.

Am Freitag setzen wir unsere Reise fort. Unser nächster Besuch gilt der Stadt Virginia City. Dazu geht die Fahrt rund 26 Kilometer steil in die Berge, vorbei an Silver City, Devils Gate und Gold Hill auf 1′896 Meter am Hang des Mount Davidson. Zur Blüte- oder besser Gold- und Silberzeit lebten nahezu 30′000 Einwohner in der Stadt. Heute sind es noch knapp 700 Einwohner. Die einstige Goldgräberstadt hat noch sehr viel von ihrem ursprünglichen Scharm behalten. An der Hauptstrasse stehen die typischen alten restaurierten Häuser dicht nebeneinander. Verschiedentlich gibt es noch hölzerne Gehsteige, die von Saloon zu Saloon und von Souvenirshop zu Souvenirshop führen. Von den einst rund 100 Saloons stehen noch einige und laden zum verweilen ein. Der bekannteste «Bost on Saloon», wurde übrigens von William Brown, einem Afroamerikaner, im Jahre 1864 gegründet. Ein Feuerwehrdepot und ein Opernhaus stehen auch zur Besichtigung. Über die Saison finden viele Veranstaltungen statt. Am Wochenende gibt es etwa ein «Bonanza» Fest und alljährlich ende September ein grosses Biker treffen. Noch einmal kommen bei uns Erinnerungen an die legendären Wildwestfilme auf. Gerne würden wir noch länger bleiben, doch wir wollen heute noch 178 Tageskilometer über die Highways Alt 95 und 95 in Richtung Südosten bis zum Walker Lake schaffen.

Tunnel Creek Café, Bonanza, Carson City, Gold Hill, Virginia City

Willkommen in Nevada
Willkommen in Nevada
Kaffeepause im Tunne Creek Station Cafe
Kaffeepause im Tunne Creek Station Cafe
Legendär die Serie Bonanza
Legendär die Serie Bonanza
Lake Tahoe, Hintergrund die Schneeberge
Lake Tahoe, Hintergrund die Schneeberge
Willkommen in Carson City 1864
Willkommen in Carson City 1864
Pony-Express, Postbeförderung mit Pferd und Mann
Pony-Express, Postbeförderung mit Pferd und Mann
Pony-Express Strecke von Saint Joseph Missouri, bis Sacramento, Kalifornien, Distanz 3100 km In Betrieb vom 3. April 1860 bis 26. Oktober 1861 – danach wurde der Dienst durch die Telegrafenleitung ersetzt.
Pony-Express Strecke von Saint Joseph Missouri, bis Sacramento, Kalifornien, Distanz 3100 km In Betrieb vom 3. April 1860 bis 26. Oktober 1861 – danach wurde der Dienst durch die Telegrafenleitung ersetzt.
Supreme Court of Nevada Oberster Gerichtshof von Nevada
Supreme Court of Nevada Oberster Gerichtshof von Nevada
Nevada, Staat der Casinos
Nevada, Staat der Casinos
Mit Live-Musik im Casino
Mit Live-Musik im Casino
Gold Hill Höhr 5440 feet / 1'896 Meter Richtung Virginia City
Gold Hill Höhr 5440 feet / 1'896 Meter Richtung Virginia City
Willkommen in Virginia City
Willkommen in Virginia City
Virginia City, Nevada, Erbaut 1876
Virginia City, Nevada, Erbaut 1876
Typisch in Virginia City
Typisch in Virginia City
Zeitung anno dazumal
Zeitung anno dazumal
Pipers Opera House Opernhaus in Virginia City
Pipers Opera House Opernhaus in Virginia City
Mark Twain lebte in Virginia City (1862) als Goldgräber und Journalist
Mark Twain lebte in Virginia City (1862) als Goldgräber und Journalist
Die Bonanzas
Die Bonanzas
Umgebung von Virginia City
Umgebung von Virginia City

Quer durch die grösste Wüste der USA

Das dünn besiedelte Great Basin Desert (grosse Becken Wüste) erstreckt sich über nahezu ganz Nevada mit einer Fläche von knapp 492’000 km² zwischen der Sierra Nevada im Westen und den Rocky Mountains im Osten. Damit ist sie nicht nur die Grösste sondern auch die einzige winterkalte Wüste der USA, da Niederschläge oft als Schnee fallen. Die Täler des Beckens liegen auf einer Höhe von etwa 1’000 Metern über Meer, die von vielen Gebirgszügen in Nord-Süd-Ausrichtung durchzogen sind. In den höheren Lagen stehen einzelne Wacholder- und Kieferbäume. Auf den wenigen hohen Bergspitzen auf über 3’000 Metern können auch ganze Nadelwälder mit Grannen-Kiefern wachsen. Einige dieser Exemplare sollen mit fast 5’000 Jahren zu den ältesten lebenden Organismen der Erde zählen. Trockenes Buschland mit vereinzelten Steppengräsern und -blumen prägen die Täler. Dabei weist jedes Tal seine eigene charakteristische Flora und Fauna auf. Einmal erlaubt das Steppengras das Weiden von Kühen, ein anderes Tal ist geprägt von trockenen Salzseen, in einem weiteren Tal erblicken wir ein Meer aus gelben Blumen und wieder in einem anderen Tal wachsen Yucca-Palmlilien oder Kakteen. Neben Rindern und Pferden sehen wir auch zwei Hirsche und einige Eidechsen auf ihrem Weg.

Die Strassen sind in gutem Zustand, über weite Strecken oft schnurgerade und wenig befahren, was oft Geschwindigkeiten bis zu 70 mph (112 km/h) erlaubt. Schilder warnen dabei immer wieder vor freilaufenden Tieren. Deshalb, weil wir aber auch Zeit haben, Diesel sparen und das Auto schonen wollen, reisen wir nur mit durchschnittlich 75 km/h. Unser erstes Nachtlager auf der rund 700 km langen Strecke durch die Wüste Nevadas liegt am Walker Lake. Durch die extensive Wasserentnahme am Zufluss ist der Wasserpegel des Salzsees in den letzten 100 Jahren um 40 Meter gesunken und das Wasser derart verunreinigt und salzhaltig, dass Fische kaum noch darin leben können. Den schlechten Zustand des Gewässers können wir auch sehen und vor allem riechen. So fahren wir am nächsten Tag weiter nach Tonopa, was in der Sprache der Western-Shoshone-Indianer so viel wie «wenig Wasser und ein paar Bäume» bedeutet. Der grell leuchtende Turm des 110 Megawatt Solarthermiekraftwerkes mit Flüssigsalzspeicher leuchtet uns den Weg. Die rund 2’000 Einwohner zählende Gemeinde wurde im Jahre 1901 von James Butler nach einem Silberfund gegründet. Währen des zweiten Weltkrieges wurden hier Bomberpiloten ausgebildet. Und noch heute ist das US Militär mit Air Force Basen, Übungsplätzen und «geheimen» Testgeländen in der Wüste präsent. Das Nachtlager schlagen wir auf BLM-Land nahe der Stadt auf und bleiben drei Tage hier.

Ausgeruht fahren wir am Dienstag 12. Mai die letzte Etappe von 330 Kilometern durch die Wüste von Nevada. Dazu fahren wir auf dem Highway 6 bis zur ehemaligen Zwischenstation für Postkutschen in Warm Springs. Dort folgen wir dem Extraterrestrial Highway (375), vorbei an Area 51 nach Rachel. Im kleinen Restaurant im Ort sind auch Erdlinge erlaubt und so geniessen wir Kaffee, Hotdog und Eis. Auf der Weiterfahrt staunen wir über die weiten gelben Blumenwiesen in einigen Tälern, welche dieses Jahr besonders intensiv blühen. Im Pahranagat Valley, bei Alamo, gibt es kleine Quellen, Seen und Flüsse. Somit ist in dieser rund 60 Kilometer langen aber nur 1,5 Kilometer schmalen Oase Ackerbau möglich. Zudem ist das Gebiet auch die Heimat seltener Tiere. Wir folgen nun dem Great Basin Highway (93) nach Osten und überqueren den bewaldeten Oak Springs Sumit auf rund 1’900 Meter. Im Tal fahren wir durch Caliente, welches durch die Bahnlinie von Salt Lake City nach Las Vegas im Jahre 1901 entstand. Bei Panaca tanken wir, nach der langen Fahrt, unseren Fuso mit Diesel voll. Auf dem nahe gelegenen wunderschönen «Cathedral Gorge State Park» finden wir einen Stellplatz für drei Tage. Hier können wir auch Wasser auffüllen, Entsorgen, Duschen und Wäsche waschen. Dabei geniessen wir die beeindruckende Landschaft mit dem Naturwunder aus erodiertem Bentonit-Ton welches diese kathedralenartigen Felsnadeln, engen Slot Canyons und Höhlen entstehen liess.

Walker Lake, Extraterrestrial Highway (375), gelben Blumenwiesen, Cathedral Gorge State Park

Walker Lake, Übernachtungsplatz
Walker Lake, Übernachtungsplatz
Weiter geht die Fahrt, Achtung Wildpferde
Weiter geht die Fahrt, Achtung Wildpferde
Nicht eingezäunte Kühe
Nicht eingezäunte Kühe
Da stehen sie, die Kühe
Da stehen sie, die Kühe
Extraterrestrial Highway (375)
Extraterrestrial Highway (375)
Erdlinge Willkommen
Erdlinge Willkommen
UFO Parkplatz
UFO Parkplatz
UFO wird abgeschleppt
UFO wird abgeschleppt
Area 51, UFO -Wahnsinn
Area 51, UFO -Wahnsinn
Die Wüste blüht
Die Wüste blüht
Cathedral Gorge State Park
Cathedral Gorge State Park
Cathedral Sandfelsen
Cathedral Sandfelsen
Cathedral Sandfelsen
Cathedral Sandfelsen

Rückblick

Es ist Freitag der 15. Mai 2026 als wir nach 48 Kilometern auf der Nevada State Route 319 Nevada verlassen und die Grenze zum Bundesstaat Utah erreichen. Zeit um zurück zu schauen. Anfang November 2025 waren wir für drei Tage im Spielerparadies Las Vegas und haben bei der Weiterfahrt nach Arizona den Hoover Staudamm besucht. Im Mai 2026 waren wir noch einmal 10 Tage in Nevada unterwegs. Dabei schwelgten wir in Erinnerungen an den wilden Westen um Carson City und Virginia City. Anschliessend haben wir die einsame Wüste des Great Basin durchquert. Insgesamt haben wir mit Hund und Wohnmobil rund 970 Kilometer zurückgelegt. Einige Sehenswürdigkeiten haben wir dabei gesehen. Einiges Mehr wäre noch zu Entdecken, wie etwa das Umland von Las Vegas mit dem Valley of Fire, den Red Rocks oder die sieben magischen Berge. Entlang der steilen Ostflanke der Sierra Nevada gäbe es ebenfalls noch viele interessante Orte wie den Eldorado Canyon zu entdecken. Für Sabine war die Begegnung mit den Aliens in Rachel ein besonderes Highlight. Roger war von der Landschaft im Cathedral Gorge State Park beeindruckt. Kiara hat es am kühleren Lake Tahoe am besten gefallen.

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