Bei den Grauwalen im Ojo de Libre
Es ist Freitag der 27. Februar, der Motor läuft rund und bringt wieder volle Leistung. Wir sind unterwegs auf der Mex 1 in südlicher Richtung. 172 Kilometer stehen heute auf dem Programm. Anfangs durchqueren wir noch eine karge Hügellandschaft mit wechselnder Vegetation von Steppe und Buschwerk bis Kakteenwald. Doch bald befinden wir uns in einer riesigen landwirtschaftlich extensiv genutzten Ebene. Links von uns sehen wir die Berge und rechts das Meer. Fruchtbares Brachland, und dazwischen Rinderfarmen, Gemüseplantagen, Maisfelder und auch Reben sind in dieser Ebene zu finden. Auf halber Strecke legen wir bei Mauricio’s Restaurant eine Mittagspause ein und gönnen uns köstliche Tortillias und dazu ein kaltes Getränk. Kurz vor dem Ort Guerrero Negro überqueren wir die Grenze zum südlichen Bundesstaat der Halbinsel. Dort befindet sich auch ein Militärstützpunkt. An der Grenzstation bezahlen wir eine obligate
Abgabe für den Tourismus und den Naturschutz der Baja Californias sur von 30 Pesos. Im Ort können wir unsere Wassertanks mit sauberem Trinkwasser an einer «Purificadora» auffüllen. Im Discounter «Super Ley Express» kaufen wir Lebensmittel günstig ein. Über eine rund 25 Kilometer lange unbefestigte Strasse, vorbei an Salzgewinnungsanlagen, erreichen wir den Laguna Ojo de Liebre Campground direkt in der geschützten Bucht am Meer.
Baja Californias sur, ungefestigte Strasse, Salzgewinnungsanlagen
Die wunderschöne Lagune Ojo de Liebre, auf deutsch etwa «Hasenaugenlagune» endet in den Pazifischen Ozean. Ursprünglich soll sie, wie andere Lagunen auf der Baja auch, ein kleiner Strand in der Küstenebene gewesen sein, als der Meeresspiegel noch etwa 12 Meter unter dem heutigen Niveau lag. Veränderungen der Gezeiten und Sedimente von Flüssen bildeten nach und nach eine Barriere und damit die Lagune. Das UNESCO-Weltkulturerbe gehört zum Biosphärenreservat Vizcaíno und zählt zu den Ramsar-Feuchtgebieten. Die Lagune ist ein wichtiger Lebensraum für die Fortpflanzung und Überwinterung von Grauwalen und Seehunden sowie anderen Meeressäugern wie Kalifornischen Seelöwen, nördlichen Seeelefanten und Blauwalen. Vier Arten gefährdeter Meeresschildkröten pflanzen sich dort fort. Im Winter ist sie ein wichtiger Zufluchtsort für Wasservögel. Andererseits befindet sich hier auch die grösste Saline der Welt. Die kommerzielle Salzgewinnung mit ihren Abwässern (Bitter), der zunehmende Tourismus und der Schutz von Flora und Fauna sind in dieser Konstellation nicht so einfach zu vereinbaren und sorgen immer wieder für Zündstoff. So etwa im Dezember 1997, als 94 grüne Meeresschildkröten an zu hohen Fluoridwerten im Wasser starben.
Zu dieser Jahreszeit verbringen viel Wale mit ihren Kälbern ihre Zeit in der Lagune und bereiten sich auf ihre grosse Reise nach Norden zum arktischen Meer vor. Dies soll der beste Ort und die beste Zeit für eine Walbeobachtung sein. Entsprechend gross ist auch der Andrang an Touristen. Für Samstag sind über 200 Personen angemeldet, weshalb wir dieses einmalige Erlebnis für den Sonntag gebucht haben. Über zwei Stunden sind wir mit dem Boot auf dem Meer unterwegs und kommen dabei mehreren Walen zum streicheln nahe. Wir sind fasziniert von den grossen Tieren die sich doch so leicht und feinfühlig in ihrem Element bewegen und unter dem Boot durchtauchen. Einige Wale, aber auch Delphine, Pelikane und Seeadler konnte Sabine fotografieren. Diese, wie auch viele Worte, können aber dieses phantastische Erlebnis nie beschreiben. Per Zufall haben wir auf den Campground deutsche Reisebekannte wieder getroffen. Mit diesen verbringen wir einen geselligen Nachmittag im zugehörigen Restaurant, essen Tacos und trinken Margaritas und Bier. Den Stellplatz für unser Wiwomo mit Blick auf die Lagune konnten wir selbst aussuchen. Das Wetter bleibt sonnig heiss, mit einem kühlenden Wind und so bleiben wir an diesem schönen Ort für 4 Tage und Nächte.
Laguna Ojo de Liebre Campground, Grauwale, Dephine, Seeadler
Ein Paradies in San Ignacio
Am Dienstag 3. März verlassen wir die Ojo de Libre. Nach Bezahlung der Stellplatzgebühr (100 Pesos/Nacht) brettern wir über die Piste, durch die Salzsalinen, zurück auf die Mex 1. In südöstlicher Richtung geht die Fahrt weiter ins Landesinnere. Die Berge kommen näher und die Vegetation wird wieder karger und trockener. Hier in der Wüste sehen wir auch einzelne Joshua Tree Bäume, allerdings deutlich weniger und kleiner wie in Kalifornien. Auf halber Strecke, es ist bereits Mittagszeit, finden wir das hübsche kleine Restaurant «Cafe‘ de Olla». Die frisch gemachten Tacos sind sehr gut, der Service freundlich und die Toiletten sauber. Interessant sind aber auch die verschiedenen Hühner und die Pfauen im Aussengelände. Auf der Weiterfahrt halten wir gleich noch bei einer gute Tankstelle und füllen die halbleeren Dieseltanks unseres Fahrzeuges auf. Wir haben gehört, dass im Süden die Dieselqualität variieren soll (Schwefelgehalt/Cetanwerte). Nach 160 Kilometern erreichen wir am Nachmittag den kleinen Ort San Ignacio. Auf dem Campingplatz «Paraiso Misional» finden wir einen schönen Platz unter Palmen. Wir sind in einer grünen Oase mit Datelpalmen und Bananenstauden gelandet. Der Ort mit der kolonialen Klosterkirche ist zu Fuss erreichbar und mit dem hübsch gestalteten Dorfplatz, den Restaurants und Geschäften sehr überschaubar.
San Ignacio mit seinen rund 700 Einwohnern liegt in einer Senke zwischen den Gebirgsketten der Sierra Francisco und El Carrizal. Die Gebirgsflüsse versorgen diese kleine Oase inmitten des Ödlandes mit Wasser. Das heutige Dorf war ursprünglich eine Siedlung der Cochimí-Indianer namens Kadakaamán. Im Jahre 1728 gründete der Jesuitenpater Juan Bautista Luyando offiziell die «Misión de San Ignacio de Kadakaamán». Schon damals gab es hier reichlich Datelpalmen. Mit der blühenden Landwirtschaft entwickelte sich die Mission zu ihrer Zeit zur wohlhabendsten Mission auf der Baja. Ihre Kirche, erbaut zwischen den Jahren 1733 bis 1786, ist eine der bedeutendsten und am besten erhaltenen unter den alten Jesuitenmissionen. Von San Ignacio führt heute der Hauptzugangsweg zur gleichnamigen Lagune an der Pazifikküste, die rund 58 Kilometer südwestlich liegt. Sie ist Teil des Biosphärenreservats Desierto de El Vizcaíno. Auch dort findet man in den Wintermonaten viele Grauwale. Der Tourismus bildet heute neben der Landwirtschaft eine weitere wichtige Einnahmequelle. Schön paradiesisch ist es hier und so hängen auch wir gerne noch einen weiteren Tag auf dem Campingplatz an. Und nachdem Roger eine Darmgrippe erwischt, gleich noch zwei – am ende bleiben wir eine ganze Woche.
San Ignacio, Campingplatz Paraiso Misional, Klosterkirche
Heisse Tage an der Bahía de Concepcion
Es ist Dienstag der 10. März, als wir nach einen Regentag die grüne Oase um San Ignacio verlassen. Wir fahren ostwärts an den Golf von Kalifornien. Kaum haben wir das Flusstal verlassen wähnen wir uns wieder in einer trockenen kaum bewohnten Wüstenlandschaft entlang der Mex 1. Nachdem wir eine kleine Hochebene durchquert haben, erreichen wir den höchsten Punkt auf rund 500 Metern. Auf der linken Seite erheben sich die drei Vulkane der Tres Virgens mit einer Höhe bis zu 1’940 m ü.M. Nun führt uns eine kurvige Strasse, durch das sanfte Gebirge, hinunter ans Meer. Abfalldeponien, Industrieanlagen und erschreckend viel Müll neben der Strasse begleiten uns auf unserem Weg zur ersten grösseren Stadt Santa Rosalía. Die alten Hafen- und Fabrikanlagen aus der Zeit des Kupferabbaus prägen heute noch das Bild der rund 12’000 Einwohner zählende Stadt. Noch immer schlummern erhebliche Mengen Kupfer, Kobalt, Mangan und Zink im Gestein. Der Abbau ist allerdings sehr aufwendig und teuer, weshalb heute die meisten Bewohner von der Hochseefischerei und -Verarbeitung leben. In der Altstadt steht eine von Gustave Eiffel erbaute Stahlkirche. In der ehemals französischen Bäckerei «El Boleo» soll es noch feines Gebäck geben. In Anbetracht der engen Strassen und der fehlenden Parkplätze beschränken wir unseren Aufenthalt aber auf einen Einkauf im grossen Supermarkt.
Gustave Eiffel erbaute Stahlkirche
Unser Kühlschrank, die Tiefkühltruhe und die Küchenschubladen sind wieder voll. Das Trinkwasser reicht noch für mehr als zwei Wochen. So kann unsere Fahrt entlang der trocken Wüstenlandschaft an der Küste nach Süden weiter gehen. Unser nächster Halt ist die kleine Stadt Mulegé am Rio Santa Rosalía (ca. 1’270 Einwohner). Im Jahre 1702 wurde der Ort vom Jesuiten Pater Juan María de Salvatierra für eine Missionsstation entdeckt. Dank der grossen Wasservorkommen gedeihen in dieser grünen Oase alle Palmenarten, Bananen, Zitronen, Limonen, Mangos, sowie allerlei Gemüse. Nach einem Spaziergang durch die Stadt und einem Burrito fahren wir weiter. Kurz nach der Stadt erreichen wir die malerische Bahía de Concepcion. Sie erstreckt sich über rund 48 Kilometer und bietet immer wieder Buchten mit einzigartigen Sandstränden. Unser Ziel, nach 192 Tageskilometern, ist aber der kostenfreie, wenig frequentierte Concepcion Bay Dispersed Camping im Süden der Bucht. Am Strand gibt es keinen Sand sondern grobe Steine. Hier finden wir einen ruhigen sonnigen Platz zwischen den Bäumen am Strand. Zwei Wochen verweilen wir hier, schonen so unseren Geldbeutel, beobachten die Pelikane beim Fischen und suchen nach Abkühlung und Schatten bei Temperaturen um die 30°C.
Bahía de Concepcion
Ostern in Loreto
Rückreise zur Staatsgrenze nach Tecate
Am Dienstag 7. April verlassen wir Loreto und machen uns auf den Weg zurück in den Norden. In 10 Tagen wollen wir wieder in die USA einreisen. Dazu fahren wir, mangels echter Alternativen, auf der einzigen Hauptstrasse der Baja (Mex 1) zurück. Ab Chapala wäre es zwar möglich der Mex 5 über San Felipe nach Mexikali zu folgen, wovon uns aber Abgeraten wurde. Nach 2 Monaten in Mexiko kommen wir so wieder an Orten vorbei, die wir zuvor schon besucht haben. Dabei erinnern wir uns gerne an die vergangene Zeit zurück und erleben Einiges auch wieder ganz neu. Am freien Stellplatz in der Bahía de Concepcion legen wir unseren ersten Halt ein. Gedacht war nur eine Mittagspause, doch schliesslich bleiben wir eine Nacht in der Natur am Meer. Ein gute Entscheidung, denn bei der Weiterfahrt sehen wir, dass die kostenpflichtigen Stellplätze an den schönen Sandstränden voll belegt sind. Eine Übernachtung, etwa an der idyllischen Playa Santispac, wäre also gar nicht möglich gewesen. Die beeindruckende Grösse der Oasenstadt Mulegé am Rio Santa Rosalía nehmen wir erst bei der Rückfahrt wahr. Beim nächsten Besuch werden wir sicherlich länger hier verweilen, aber für heute fahren wir durch. Dafür halten wir in der Stadt Santa Rosalía und besuchen die Altstadt mit ihren speziellen Holzhäusern, die eiserne Kirche von Gustav Eifel und geniessen Fisch-Tacos in einem kleinen Restaurant.
Am Mittwoch verlassen wir den Golf von Kalifornien, das «Mar de Cortéz» und fahren landeinwärts über die Berge nach San Ignacio auf den Campingplatz Paraiso Misional. Wir bleiben zwei Nächte und geniessen den lieblichen Ort mit den Eseln, Ponys, Ziegen und den Dattelpalmen. Bei der weiteren Etappe nach Guerrero Negro am Pazifik, rasten wir wiederum beim «Cafe‘ de Olla», trinken einen Kaffee und lassen uns ein mexikanisches Frühstück servieren. An der nachfolgenden Tankstelle füllen wir sogleich noch unser Fahrzeug mit Diesel auf. Bei den Militär- und Grenzkontrollen werden wir nur nach Art und Ziel unserer Reise gefragt und durchgewunken. Unmittelbar nach dem Grenzübertritt zur Baja California (norte) gibt es hinter einem kleinen Flugplatz einen freien Stellplatz bei den Sanddünen wo wir zwei Nächte verbringen. Die etwa 10 Kilometer lange Düne mit feinem hellgrauen Sand lädt uns zum spazieren ein. Am Strand bestaunen wir die vielen kleinen Krabben. In der flachen Küstenlandschaft sind wir jedoch von weitem sichtbar und Wind und Wetter ausgesetzt. Daher zieht es uns am Sonntag weiter in die Hügellandschaft von Cataviña, in den Wüstengarten des Desert Cactus Wildcamp. Und wieder sind wir begeistert von diesem Wunder der Erde. Zwei Monate ist es her seit wir zuletzt hier waren, nun Blühen auch die grossen Kakteen. Drei Nächte verbringen wir hier alleine in der Natur.
Am Mittwoch den 15. April fahren wir die längste Etappe unserer Rückreise. Die Strasse ist über weite Strecken in einem schlechten Zustand und mit Schlaglöchern gespickt. Das fordert Fahrer und Fahrzeug enorm. Schier endlos schlängelt sich die Strasse durch die Hügellandschaft der Wüste bis El Rosario. Dort Tanken wir Diesel nach und erreichen nach einer weiteren kurzen Bergfahrt die Pazifikküste bei El Campito. Die Vegetation verändert sich und wird zusehends grüner. Ackerbau und Viehzucht, Industrie und Gewerbe prägen das Bild in dieser nun stärker besiedelten Region. Bei Colnett führt die Mex 1 wieder in die Berge. Nicht mehr weit und wir haben unser Tagesziel, das Weinbaugut «Vinos Dubanco» erreicht. In diesem Kleinod dürfen wir übernachten. Am Mittwoch ist der Ausschank leider geschlossen, weshalb wir, statt mit Wein, mit Bier im Wiwomo auf den Abend anstossen. Am nächsten Tag geht die Reise weiter. Nach einer kurvenreichen Fahrt durch die Hügellandschaft erreichen wir die Region Ensenada. Hier schlängelt sich der dichte Verkehr auf bis zu drei Fahrspuren im «stop & go» Tempo durch die über 330’000 Einwohner zählende Hafenstadt. Vielen Touristen gefällt die Stadt, wir sind jedoch Froh diese hinter uns zu lassen und im Weinbaugebiet Guadaloupe, bei der grössten Weinbaukellerei in Mexiko, bei «L.A. Cetto» einen Schlafplatz zu finden. Hier kaufen wir auch gleich eine Flasche Wein.
Playa Santispac, Sanddünen, Desert Cactus Wildcamp, Militärkontrolle, Weinbaugut «Vinos Dubanco», grösste Weinbaukellerei in Mexiko, bei «L.A. Cetto»
Grenzübertritt und Fazit
Bevor wir am Freitag den 17. April zur Grenze in Tecate fahren, besuchen wir das Luxus Weinresort Bruma in Guadalupe, unweit unseres Übernachtungsplatzes. Hier gibt es neben einem Hotel und einem 2 Sterne Restaurant auch eine Bäckerei mit Brot und Gebäck in ausgezeichneter Qualität (wie in Europa). Im gepflegten Innenhof unter Olivenbäumen geniessen wir einen Kaffee mit Apfelstrudel. Eine kurze Strecke auf guter Fahrbahn von rund 68 Kilometer führt uns durch das Gebirge, an Weideland und Rebbergen vorbei zum Grenzort Tecate. Auf der mexikanischen Seite tanken wir unser Fahrzeug nochmals randvoll mit Diesel. Der Liter Diesel kostet zurzeit umgerechnet 1.30 Schweizer Franken. Die Preise in den USA und besonders in Kalifornien sind durch den Iran Krieg doch merklich gestiegen. Da zahlt man mittlerweile an die 1,58 Franken pro Liter Diesel (7.5 US Dollar pro Gallone). Nun fahren wir zur amerikanischen Grenze und reihen uns in die kurze Warteschlange entlang des hohen eisernen Grenzzauns ein. Am Strassenrand versuchen Händler ihre Waren an die wartenden Touristen zu verkaufen. Imposant und Beängstigend zugleich erscheint uns das ganze schon. An der Zaundurchfahrt werden unsere Pässe kurz angeschaut und wir dürfen auf der rechten der beiden Kontrollbahnen weiter fahren.
Das Fahrzeug wird beim Zoll elektronisch ins Bild genommen und wir zeigen unsere Pässe erneut beim nachfolgenden Grenzposten. Der Beamte will wissen ob wir verbotene Waren dabei haben (Waffen, Drogen, frische Lebensmittel), inspiziert hier noch kurz unseren Wohnraum und schickt uns dann weiter zur Inspektion. Dort müssen wir das Fahrerhaus kippen (Blick in dem Motorrraum) und dann wird der Wohnraum nochmals durchsucht (jede Schublade und jedes «Chästli» öffnen). Dann werden wir nach unserem Esta bzw. Visa und dem I-94 Formular gefragt. Leider haben wir keinen Beleg dabei und müssen daher mit dem Beamten ins Office wo die Pässe eingescannt werden. Das Datensystem hat uns erkannt und unsere Zahlung der Gebühren bestätigt. Dabei werden wir noch nach unserem Reiseziel gefragt – das war’s bereits. In den einschlägigen Foren haben wir gelesen, dass wir die mexikanische Touristenkarte beim Grenzübergang abgeben sollen. Das wird aber seit kurzem nicht mehr verlangt. Unseren Spaziergang zurück über die Grenze nach Mexiko und wieder in die USA hätten wir uns also sparen können. Für unseren Hund Kiara und unsere Versicherungen hat sich im übrigen wiedereinmal niemand interessiert.
Insgesamt sind wir 2’490 km in Mexiko, auf der Halbinsel Baja California, von Tecate nach Loreto und wieder zurück gefahren. Unser Fazit zu Mexiko und der Baja California. Die Baja gehört aufgrund der starken Industrie und des Handels mit Amerika, sowie des Tourismus zu den sichersten aber auch teuersten Regionen in Mexiko. Das durchschnittliche jährliche Haushaltseinkommen ist dementsprechend auch höher und beträgt umgerechnet etwa 16’500 CHF. Das ist aber immer noch rund 4,5 mal weniger wie im noch teureren Kalifornien. Das finanzielle Gefälle zwischen Amerika und Mexiko spiegelt sich in der Infrastruktur (etwa im Strassenbau) und den Häusern (Baracken) wieder. Die Menschen in Mexiko haben wir aber dennoch als erfrischend einfach, freundlich und fröhlich erlebt. Die Kultur und Lebensart der Mexikaner gefällt uns sehr, doch ohne richtig spanisch zu sprechen ist die Kontaktaufnahme schwierig. Die vorherrschende Wüstenlandschaft mag eintönig erscheinen, uns hat es aber im naturbelassenen blühenden «Kakteengarten» genauso gut gefallen wie im «Trubel» der hübschen kleinen Touristenstadt Loreto. Ein weiteres Highlight in der Baja ist die Tierwelt im Wasser wie wir sie beispielsweise in der Ojo de Libre erlebt haben. Noch mehr von der Vielfalt Mexikos zu erleben reizt uns schon. Von einer Reise mit unserem Wohnmobil aufs Festland müssen wir aber aus verschiedenen Gründen absehen (Temporärer Fahrzeugimport, Strassenverhältnisse, Distanzen, Sprache, feuchtheisses Klima, Sicherheit, …). Vielleicht ergibt sich später einmal eine andere Reisemöglichkeit nach Yucatan. Wir kehren aber über die Wintermonate gerne wieder auf die Baja zurück.
Luxus Weinresort Bruma, Grenzort Tecate